CDU Balkon gekapert

Um auf die besondere Rolle der CDU bei der Renaissance der Atomkraft hinzuweisen, wurde in Hamburg-Harburg im Rahmen der Tschernobyl-Aktionstage symbolisch der Balkon des örtlichen CDU Büros besetzt. Es wurde ein Transparent angebracht und entsprechende Flugblätter verteilt.

20 Jahre nach Tschernobyl: CDU setzt weiter auf atomaren Wahnsinn!

Vor 20 Jahren ereignete sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl der bislang größte Unfall in der wirtschaftlichen Nutzung der Atomenergie. Mehr als eine halbe Millionen Menschen mußten ihren Wohnort verlassen, Hunderttausende verloren ihre Gesundheit und nach unabhängigen Schätzungen starben über 90.000 Menschen. Große Teile Europas wurden durch die Katastrophe kontaminiert und auch hier sind die Folgen bis heute spürbar. In Süddeutschland gilt z.B. der Verzehr von Pilzen und Wild immer noch als bedenklich. Und das Ende des Leidens ist längst nicht absehbar. In den kommenden Jahrzehnten ist mit einer exorbitanten Häufung schwerster Erkrankungen zu rechen und das nicht nur in Weißrußland und in der Ukraine, sondern auch bei uns.

Die wirklichen Auswirkungen und das Elend, das mit dieser Katastrophe ausgelöst wurde, läßt sich mit Zahlen gar nicht beziffern.

In Anbetracht dessen, ist es purer Zynismus wenn von Seiten der CDU nun ein „ Ausstieg aus dem Atomaustieg„ gefordert wird. Der von Rot-Grün ausgehandelte “Konsens„ sieht einen ungestörten Weiterbetrieb der AKWs (ohne Veränderung der Sicherheitsauflagen) vor. Anstelle eines konkreten Ausstiegdatums, wurden lediglich Reststrommengen vereinbart, die beliebig auf andere Atomkraftwerke übertragen werden können. Doch diese industtriefreundliche energiepolitische Kapitulation reicht führenden CDU Politikern anscheinend nicht. Zwar soll laut Koalitionsvertag offiziell am sog. “Konsens„ festgehalten werden, doch die politische Realität sieht unlängst anders aus. Der baden-württembergische Ministerpräsident Oettingert (CDU) forderte die Koalition offensiv dazu auf, über Verlängerungen der Laufzeiten von Kernkraftwerken nachzudenken. Auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bezeichnete in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung„ Kernenergie als eine Zukunkunftstechnologie, die bei der Versorgung mit Strom auch künftig eine große Rolle spielen müsse. Der hessische Ministerpräsident Koch (CDU) will sogar den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland vorantreiben.

Um dem zu widersprechen, haben wir uns entschlossen, symbolisch den Balkon der Harbuger CDU zu besetzten !!!

Die Argumente der Atomenergiebefürworter sind dabei stets die selben und decken sich mit denen der großen Stromversorger und Verbänden der Energiewirtschaft. Beleuchtet man diese jedoch näher, kommt man zu grundsätzlich anderen Ergebnissen:

Atomenergie ist nicht friedlich!
Von der „friedlichen„ Nutzung der Kernenergie bis zur Atombombe ist es nur ein kleiner Schritt, wie der jüngste Konflikt mit dem Iran zeigt. Jedes Land, das die wirtschaftliche Atomtechnik beherrscht, kann sich über kurz oder lang in die Lage versetzen, Atomwaffen zu bauen. Atomkraftwerke bieten in Konfliktregionen ein gefährliches Angriffsziel.

Atomenergie ist nicht sicher!
Auch Tschernobyl wurde kurz dem Unfall von der Internationalen Atomaufsicht Behörde (IAEA) als sicher eingestuft. Seit dem ist es in vielen anderen AKWs auch in Deutschland zu zahlreichen Störfällen gekommen. Keines der Atomkraftwerke ist auch nur annähernd gegen Terrorangriffe von Selbstmordattentätern geschützt, obwohl dies seit dem 11. September 2001 ein durchaus realistisches Szenario ist.

Atomenergie ist nicht billig!
In die Atomindustrie wurden bislang 60 Milliarden Euro öffentliche Gelder investiert. (Im Vergleich: erneuerbare Energien nur 16. Milliarden)! Hinzu kommen die überhaupt noch nicht absehbaren Kosten für Endlagerung. Bei einem GAU ist keines der deutschen AKWs ausreichend versichert (nur bis 2,5 Milliarden Euro). Laut Prognos ist in einem solchen Fall mit Kosten von mehreren Billarden Euro zu rechnen.

Atomenergie ist nicht umweltfreundlich und dient nicht dem Klimaschutz! Fakt ist, das zwar bei der Produktion von Atomstrom kaum Kohlendioxid freigesetzt wird, um jedoch nur 10 Prozent klimaschädlichen Energieträger , Gas und Kohle zu ersetzen müßten weltweit 1000 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Die Uranvorräte sind jedoch (laut einer aktuellen Greenpeace-Studie) allein beim jetzigen Verbrauch auf ca. 50 Jahre beschränkt. Bevor das letzte AKW ans Netzt gehen würde, wäre das Uran aufgebraucht. Allein der Abbau und die Anreicherung des Urans führt zu massiven Verschmutzungen der Umwelt. Die Frage ob radioaktiver Müll überhaupt für Hunderttausende von Jahren sicher von der Biosphäre ferngehalten werden kann, sprengt das menschliche Vorstellungsvermögen!

Die Produktion von Atomenergie ist ein Verbrechen an Mensch und Umwelt! Und dieses Verbrechen ist nicht anonym, oder irgendwelchen Sachzwängen geschuldet, sondern dahinter stecken Gesichter und das kapitalistische Interesse der rücksichtslosen Profitmaximierung. Dies gilt es sichtbar zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen!

Für den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie!

Wir sind den herrschenden Verhältnissen gegenüber nicht dialogbereit und wir lassen uns nicht integrieren – wir wollen ein anderes Leben, wir wollen eine andere Welt!

Für die sofortige Stillegung der herrschenden Klasse!

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